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Hintergrund
Leben auf Sand
Das Gebiet "Tennenloher Forst" liegt südöstlich von Erlangen und wurde bis 1993 als militärischer Truppenübungsplatz, zuletzt durch die US-Armee, genutzt. Dadurch entstanden offene Sandgebiete mit einer Vielzahl schützenswerter Lebensräume. Mit dem Abzug der US-Armee verschwanden auch die Panzer, welche die Sandmagerrasen und Heiden offen hielten. Durch die fehlende Nutzung dringen mit der Zeit immer mehr Gehölze in die Offenflächen vor. Der Lebensraum der dort vorkommenden lichtliebenden Arten verschwindet.

Projektplanung
Der Landschaftspflegeverband Mittelfranken hat mit Förderung des Bayerischen Naturschutzfonds aus den Zweckerträgen der GlücksSpirale 2002 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, um zu ermitteln wie die drohende Verbuschung am effektivsten aufgehalten werden kann. Diese Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine ganzjährige extensive Beweidung mit genügsamen Pferderassen, wie z.B. Przewalski-Pferden, am besten geeignet wäre, das Gebiet in seiner Vielfalt zu erhalten. Mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Abteilung Forsten als ehemaliger Grundeigentümer (seit 2010 Eigentümer Deutsche Bundesstiftung Umwelt Naturerbe GmbH), der Naturschutz- und Forstverwaltung sowie örtlichen Gebietskennern wurde eine sinnvolle Abgrenzung für eine Beweidungsfläche erarbeitet.

Spuren der Vergangenheit
Bevor der Zaun für das Gehege gebaut werden konnte, musste die geplante Zauntrasse nach Munitionsrückständen abgesucht werden. Bei der Entmunitionierung wurden rund 90 Granaten gefunden, die zum Großteil von Übungen der Deutschen Wehrmacht stammen.

Bau des Geheges
Im Sommer 2003 konnte schließlich ein stabiler Holz- und Elektrozaun gebaut werden. Entlang der Besucherwege wurde ein Doppelzaun errichtet, der die BesucherInnen auf Abstand zu den Urwildpferden halten soll. Der Münchener Tierpark Hellabrunn und der Tiergarten Nürnberg stellen im Rahmen eines Auswilderungsprojektes für Przewalski-Pferde in Kasachstan die Urwildpferde zur Verfügung.

Seit 2012 werden die Urwildpferde außerdem von einer Herde Pfauenziegen unterstützt. Die Ziegen werden vor allem zur Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche, einer nordamerikanischen Strauchart, engesetzt.
Der Träger des Ziegenprojektes ist der Landkreis Erlangen-Höchstadt. Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.erlangen-hoechstadt.de/leben-in-erh/naturschutz-naherholungsgebiete/tennenloher-forst/